Palau

Eine Inselgruppe von sage und schreibe über 300 Inseln (sind es wirklich genau 340? Finden wir je einen, der es genau weiß?). Die Hauptstadt mit dem Flughafen heißt Koror. Der größte Teil der 17.500 Einwohner wohnt dort bzw. auf den umliegenden Inseln. Eines der schönsten Tauchgebiete der Welt ist hier – sagen alle.

Tauchen: Der Palau Archipel ist eines der schönsten Tauchgebiete weltweit und man hat viele Wünsche frei: Wracks aus dem 2. Weltkrieg wie die Bichu Maru und die Iro oder zerknautschte Flugzeugrümpfe, spektakuläre Drifttauchgänge, Blue Holes und riesige Höhlen. Über 60 Tauchplätze stehen zur Wahl. Die Fische sind groß: Barrakudas, Jackfischen, Mantas und gar haifischgroß. Die Artenvielfalt der kleineren Fische, Korallen und niederen Tierwelt ist enorm. Der berühmte Blue Corner gehört wohl zum schönsten Tauchrevier der Erde. Die Unterwasser-Gebirgskette besteht aus einem Gemisch aus Vulkangestein und porösem Kalkstein, ideale Vorraussetzung zur Bildung großer Korallenriffe und tunnelartiger Systeme, die dann in riesige Höhlen führen. Es wurden bisher 700 Korallen- und 1500 Fischarten gezählt.

Tauchplätze

Blue Corner (10-20m, für Fortgeschrittene): An den prächtigen Korallenriffen sind Großfischbegegnungen fast sicher. Die Strömungen sind kräftig, dadurch das Nahrungsangebot reichlich. Es wurden hier extra Haken angebracht, wie an einem Klettersteig klinkt man sich mit dem Karabiner ein, beobachtet Grau- und Weisspitzenhaie, die am Rand der Drop-Offs schwimmen. Die Sichtweite schwankt zwischen 18 und 45 Metern. Zu sehen gibt es neben Haien viele bekannte Arten wie Königs-, Dickkopf- und Blauflossenmakrelen, Thunfische, Napoleone, Löwenfische, gefleckte Adlerrochen und Clownfische.

Ngmelis Wall (2-30m, geeignet für Anfänger und Profis gleichermaßen): Spielwiese der Möglichkeiten: lange Drifttauchgänge im seichten Wasser vorbei an dichten Korallen, Tauchen mit jagenden Raubfischen in der Tiefe. Myriaden von Lebewesen überall, viele Großfische. Schon im flachen Bereich genießt Napoleon sein Asyl, etwas tiefer träumen tagsüber Weißspitzenriffhaie. In der Morgen- und Abenddämmerung (noch ein Stück tiefer) treiben große Blauflossenmakrelen und andere Haie ihr Unwesen. In den Höhlen und Schluchten verstecken sich gigantische Muränen.

Die Bichu Maru (10-40m, für fortgeschrittene Anfänger) ist eines der tollsten Wracks. Ein 110 Meter langes Relikt erbitterter Kämpfe zwischen Japanern und Amerikanern im 2.Weltkrieg. Das Armee-Transportschiff liegt auf seiner Backbordseite und ist gut erhalten: Taucher können tief ins Innere des Schiffs durch die leeren Frachträume in die Maschinenräume oder in die Kombüse, in der noch immer Gaskocher, Töpfe und Pfannen schlummern, vordringen. Außerhalb des Schiffs findet man im Sand immer noch aus der Kombüse gespültes Porzellan. In der Umgebung des Rumpfs entdeckt man kleine Harlekin-Süßlippen, Sechsbinden-Kaiserfische und Achtbinden-Gaukler. Auf dem Steuerbordanker wachsen schöne Peitschenkorallen. An Deck gibt es beeindruckende Nacktschnecken.

Chandelier Cave (0-18m, für fortgeschrittene Anfänger): Eine Öffnung in nur einem Meter taucht man in ein Höhlensystem, das hunderte von Metern verläuft. Durch Lichteinfall von oben und die dadurch bedingte natürliche Helligkeit kommt kaum Platzangst auf. Zudem gibt es 4 Luftblasen, um jederzeit auftauchen zu können. Stalaktiten hängen scheinbar von der Decke, das oben und unten verwischt. Außerhalb des Systems kann man im seichten Wasser Mandarin-, Krokodil-, Tintenfische und Meergrundeln beobachten.

Jellyfish Lake (Schnorcheln): Einer von 70 Binnenseen rund um das Archipel. Quallen leben in einigen davon, dieser jedoch ist der einzig für Touristen zugängliche und der wohl meistfotografierte Spot Palaus. Im See leben unzählige Quallen ohne Nesselkapseln, man taucht inmitten hindurch.

Die Blue Holes (30m, für fortgeschrittene Anfänger): Höhlensystem mit überall zur Oberfläche zugänglichen Stellen. Der Taucher schwimmt durch einen langen Gang, übersät mit Hydroidpolypen und gelangt in einen großen, offenen Raum, der von 4 Lichtsäulen gestützt zu sein scheint, in dem Mondsichel-Lippfische und Fahnenbarsche leben.

German Channel (10-25m, für fortgeschrittene Anfänger): Künstlich angelegter Kanal, aber deshalb nicht weniger beeindruckend. Reißende Strömungen bringen ein reichhaltiges Nahrungsangebot, angelockt davon werden Mantas und ihre Begleiter (Putzer und Parasiten). Der Kanal kann allerdings nur bei einlaufender Strömung oder schwacher Tide betaucht werden. Zu beobachten gibt es hier nicht nur die Putzerkolonnen an den Wänden, sondern auch Stachelrochen, schlafende Weißspitzenriffhaie und fressende Meeresschildkröten. Im seichteren schlafen oftmals Leopardenhaie. Sie lieben es nicht, wenn man sie weckt.

Jake Seaplane (15m, für Anfänger): Gut erhaltenes Flugzeug, das aufrecht auf dem Grund des Meeres liegt. Schönes Motiv für Weitwinkelaufnahmen. Der gut erhaltene Rumpf ist mit Hydroidpolypen und Korallen bewachsen, das Schwanzstück bedecken Schwämme.

Der Zero Fighter (2m, Schnorcheln): Dieses japanische Jagdflugzeug ist legendär. Der Propeller ragt aus dem Korallensand, der die halbvergrabene Nase (bei niedriger Tide ragt diese aus dem Wasser) bedeckt, hervor. Toll für Weitwinkelaufnahmen.

Der „Temple of Doom“ (40m, für Profis): Eine riesige Höhle, die sich über mehrere hundert Meter unter dem Riff entlang schlängelt. Der “Schicksalstempel“ hat einen hohen Schwierigkeitsgrad und hat bereits mehreren Tauchern neben der Orientierung auch das Leben gekostet. Nach dem Passieren des schmalen Eingangs gibt es keinen direkten Zugang zur Oberfläche mehr. Im Inneren wurde an der linken Wand eine weiße Linie angebracht, der man folgen sollte. Aufgrund des extrem feinen Sandes ist ein Flossenschlag mit geringer Amplitude angebracht. Innerhalb der Höhle kann man drei gut erhaltene Schildkrötenskelette betrachten. Die Stalaktiten dort sind gigantisch.

Weitere Spots: Die Iro Maru, New Drop, Ngedebus Wall, Peleliu Wall